Computer-unterst"utzte Wissenschaft In den letzten 10 Jahren wurden Gr"o"strechenanlagen, sogenannte Supercomputer, in der Wissenschaft zusehends popul"arer. Es entstanden z.B. sogenannte Super Computing Center in den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich oder der Schweiz. Dazu kamen viele Anwendung in Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft, gro"se Unternehmen aus der Fahrzeugindustrie, Chemie und Energietechnik gingen dazu "uber, Supercomputer einzusetzen. Dar"uber hinaus gehen die AnwenderInnen dieser Technik nicht blo"s daran, neue Probleme damit zu l"osen, sondern sie beanspruchen auch, da"s diese neue Technik die wissenschaftliche Forschung qualitativ ver"andert. Anders sind die gro"sen Investitionssummen nicht zu rechtfertigen. Dieser Anspruch ist erkennbar, wenn VertreterInnen diesen mit der Einf"uhrung einer neuen wissenschaftlichen Methode neben Theorie und Experiment begr"unden: Computational Science, die Methode, durch Simulation und Interpolation von real kaum erzeugbaren Daten und deren Erprobung im Schnelldurchlauf als Rechnermodell neue Erkenntnisse zu gewinnen. Nun kann mensch nicht Gro"stechnologien im Bereich 100 Mio DM anschaffen, ohne zumindest in der Begr"undung fundierte Erfahrungen und Untersuchungen vorweisen zu k"onnen, wie sich diese Technologie in der Art und Weise wissenschaftlicher Arbeit niederschl"agt. Zusammen mit dem Erwerb teurer H"ochstleistungsrechner entstand der Bedarf, zum Erreichen der kritischen Masse an AnwenderInnen, gro"sfl"achig Wissenschaftsnetze zu installieren. Denn die Rechner mit entsprechender H"ochstleistung sind nur noch d"unn gestreut, der technologische Wettbewerb l"a"st sie so schnell veralten, da"s allein das An- und Abreisen f"ur den Zugang zu diesen Arbeitsger"aten oder selbst das Warten auf zu "ubertragende Daten deren Nutzung nicht rentabel erscheinen l"a"st. Supercomputer kann mensch schon heute so definieren, da"s sie aufwendigste Rechenaufgaben l"osen, bevor die n"achstschnellere Rechnergeneration Verwendung finden kann. Damit sind wir schon bei einer m"oglichen Folge des Supercomputer- Einsatzes. Das u.a. durch Supercomputer ausgel"oste Vernetzen von wissenschaftlichen Arbeitspl"atzen ist nicht mehr allein Tr"ager dieser Vernetzung, l"angst hat diese eine Dynamik entwickelt, die ebendiese Vernetzung auch weitertreiben w"urde, g"abe es von heute auf morgen keine Supercomputer mehr. Denn Kommunikationsnetze sind bereits heute in vielen Bereichen zum bevorzugten Kommunikationsmedium wissenschaftlichen Gedankenaustauschs geworden. Sie dienen bereits jetzt vor allem in den sich schnell entwickelnden wissenschaftlichen Gebieten als unentbehrliches Arbeitsmittel, sie sind durch nichts ersetzbar. Doch nicht allein die Wissenschaft bedient sich ihrer, die Zuwachsraten sind auch bei kommerziellen Anwendern mit geringem wissenschaftlichen Bezug unerreichbar hoch. Die Hauptaufgabe der universit"aren Rechenzentren in den osteurop"aischen L"andern ist nicht mehr das Rechnen, sondern die Dienstleistung "`Kommunikation"' ! Gleichzeitig sind Computernetze zuerst ambivalent, es werden zugleich "Angste vor der Anwendung wach, weil sie undurchschaubar erscheinen, als auch Hoffnungen, "uber Kommunikationsnetze werde "`lean production/management"' erst durchf"uhrbar. F"ur Computernetze war der Gestaltungbedarf nie so hoch und der Gestaltungswille "uber das "`Schneller und weiter"' hinaus nie so niedrig wie derzeit. Obwohl dieses neue Medium nicht den Anschein hat, ein Massenmedium zu werden, kann es durchaus bedeutend gr"ossere Auswirkungen auf Wissenschaft, Wirtschaft und Lebensformen haben, als die althergebrachten "`neuen Medien"'. Es folgen Vorschl"age, wie eine Orientierung in den oben geschilderten Problemfeldern aussehen k"onnte. Erster Schritt ist eine u.U. bereits industrie-geschichtlich angelegte Aufarbeitung, wie sich die Anwendung von Supercomputern entwickelte, wobei damit Vergleiche zur derzeitigen Situation geschaffen werden sollten. Drei wissenschaftliche Bereiche sind dabei relevant, die Grundlagenforschung, wie sie z.B. an den Universit"aten oder der MPG stattfindet, die anwendungsnahe Forschung sowie die Entwicklungsarbeiten in den Industrieeinrichtungen. Es stellt sich die Frage, welche Anwendung von Supercomputern von welchen Anwendern initiiert wird, wie planvoll erfolgt sie ? Aus den gewonnenen Erfahrungen sind Schl"usse f"ur die Zukunft abzuleiten. Wie wird sich die Technik entwickeln, wodurch ergeben sich dabei neue Wirkungsgebiete in bisher noch undurchdrungenen Wissenschaften (z.B. durch kommunikations-orientierte oder daten-orientierte H"ochstleistungsrechner) und schlu"sendlich wie vermittelt mensch diese Umw"alzung und Umorientierung des wissenschaftlichen Prozesses in die Gesellschaft, so da"s er ziel- und ergebnisorientiert bleibt, sowohl was die Anwendung als auch was die Steuerung des Einsatzes dieser Technik angeht. Denn nat"urlich ist die Wissenschaft frei, doch wo setzt die Anwendung des Wissens ein, die an gesellschaftlichen Zielsetzungen orientiert werden mu"s ? Als Einstieg in die Untersuchung der neuartigen Kommunikationsdienste b"ote sich die Kostenstruktur an, die nicht auf Grundgeb"uhren und Volumeneinheiten aufbaut, sondern auf Pauschaltarifen, wo die Teilnehmer selbst notwendige Anschlu"skosten tragen. Diese Dienste aus dem wissenschaftlichen Bereich sind bisher nicht Ziel wissenschaftlicher Arbeiten gewesen, obwohl ihre gesellschaftlichen Auswirkungen durch die Schl"usselposition in der wissenschaftlich- technischen Entwicklung m"oglicherweise gr"osser sind als die der Massendienste. Parallel zu diesen Arbeiten kann in einem praktischen Versuch erprobt werden, inwieweit die neuen wissenschaftlichen Kommunikationsdienste "uber ein internes Medium f"ur die Wissenschaft selbst hinaus die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft erm"oglichen k"onnen. Orientiert an "ahnlichen Experimenten wie z.B. FreeNet, jedoch mit spezifischen Elementen, angesiedelt an der Akademie, kann f"ur alle Interessenten ein Umfeld geschaffen werden, in dem zumindest die Aspekte des Informationsaustauschs den gesellschaftlichen Diskurs einleiten. Dabei werden zumindest innerhalb des Versuchs Technikfolgen sehr aktiv diskutiert werden.